Beizen von Metall

Beizabtrag von Aluminium und dessen Einfluss

Beizabtrag – warum? Entfetten alleine erzeugt keine qualitativ gute Grundlage für eine hervorragende Oberfläche! Der Beizprozess ist notwendig, um die natürliche Oxidschicht auf Aluminium zu entfernen, die Oberfläche für nachfolgende chemische Schichtaufbauten zu aktivieren sowie eine gleichmäßig gute Haftgrundlage zu erzeugen.

Mikrokristalline Deformationsschicht

Kommt nur auf Aluminium / Alu-Legierungen vor und entsteht durch starken Wärmeeintrag durch Walz-, Glüh- oder Strangpressprozesse. Bestandteile sind Metalloxide und intermetallische Phasen. Gefahr dabei ist, dass die chemisch aktiven Metalloxide und intermetallischen Phasen nur darauf warten korrosiv zu wirken.

Beizen

Wichtige Faktoren, die das Beizen beeinflussen, sind eingelöstes Aluminium, die Konzentration der Chemie, die Temperatur, die Beizdauer sowie die entsprechende Anwendung.


Bezüglich der Sicherheits- und Umwelthinweise ist zu erwähnen, dass saure und alkalische Beizen ätzend sind. Hier ist stets eine Schutzausrüstung und Schutzbrille zu tragen. Für saure Beizen, die Flusssäure in einer Konzentration größer 1% enthalten, gilt eine  Gefahrstoffeinstufung nach Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (GHS) für die gesamte Rezeptur als giftig.


Fehlerquellen beim Beizen lauern zum Beispiel durch unzureichende Entfettung, vorhandene Schmutzpartikel, restliche Metalloxide durch mangelhaftes Beizen oder dadurch, dass die Deformationsschicht nicht entfernt wurde.


Daraus resultiert zum einen ein Auftreten von Filiformkorrosion, welches eine auffällige und bizarre Form der Metallkorrosion darstellt. Hier sind besonders Gebiete am Meer und Orte mit industriell belasteter Luft betroffen.


Weiterhin kann es zu einer Zinkabscheidung auf Alu in der sauren Beizentfettung kommen, denn reine Aluminium-Vorbehandlungen sind die Ausnahme. Oftmals wird zudem verzinktes Material vorbehandelt.


Auch fehlerhafte Lagerung kann zu unterschiedlichem Beizabtrag an der behandelten Ware führen, Beizschatten genannt, entweder durch Feuchtigkeitseinwirkung oder öligen Zwischenfolie oder Kartonagen.

Zu starkes alkalisches beizen bzw. fehlende saure Nachbehandlung kann ebenso eine Fehlerquelle darstellen.

Passt jedoch das Beizen, so bietet sich eine optimale Grundlage für besten Korrosionsschutz und bestmögliche Haftung!

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