Innovativ durch Forschung
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Wir denken in Generationen

Geschäftsführer Christian Ruhland im Interview: „Innovative Chemie und konservative Wertorientierung"

Stulln/Traun. (jrh) Christian Ruhland hat eine Vision: Er möchte scheinbare Gegensätze miteinander versöhnen. In seinem Konzept gehen Chemie und Umwelt, innovative Technologie und die Prinzipen des ehrbaren Kaufmannes eine fruchtbare Symbiose ein. Mit seinen „Visions for Metals" führt er die familiengeführte NABU Oberflächentechnik GmbH im Herzen Europas an die Spitze nachhaltiger Oberflächentechnologie.

Herr Ruhland, wie ist Ihr familiengeführtes Unternehmen, an dem vier Eigentümerfamilien aus der Region beteiligt sind, entstanden?

Ruhland: Als Management Buy-out 1993 aus der Sparte Oberflächentechnik der Vereinigten Aluminium Werke. Die VAW Flußspatchemie hat sich zu diesem Zeitpunkt wieder verstärkt auf Ihr Kerngeschäft zurückgezogen.

Was macht ihr Alleinstellungsmerkmal im Gegensatz zu größeren Mitbewerbern, die zum Teil von Hedgefonds geleitet werden, aus?

Ruhland: Wir denken in Generationen, unser Geschäft ist langfristig ausgerichtet. Wir müssen nicht jeden Auftrag mitnehmen – der Kunde soll langfristig mit uns zufrieden sein. Wir können unsere Entscheidungen unbeeinflusster von externen Geldgebern treffen.

Was sind die Haupt-Einsatzgebiete Ihrer Produkte?

Ruhland: Dazu gehören die Beschichtung von Aluminium, Eisen und Stahl, das Coil Coating sowie Eloxal in den Industriezweigen Architektur, Bauindustrie, Maschinenbau, Lohnbeschichtung und Automobil.

Sie vertreiben Chemikalien zur Oberflächenvorbehandlung von Metall. Was genau macht das Know-how der richtigen Mischung aus, wie ist Ihr Unternehmen im nationalen und internationalen Rahmen positioniert, was ist Ihr USP?

Ruhland: Neben innovativen Chemikalien ist es vor allem die persönliche, fachlich fundierte Kundenbetreuung die die Kunden bei uns kaufen lässt. In Deutschland sind wir Vorreiter der chromfreien Technologie im Bereich Aluminiumvorbehandlung. Sie ist bereits seit 1996 erfolgreich im Einsatz und mittlerweile ein sehr ausgereiftes Verfahren. International liegt der Schwerpunkt auf Osteuropa und China.

Sie beschäftigen 30 Mitarbeiter, davon sechs Techniker, zwei Labormitarbeiter, drei Azubis –immerhin eine Ausbildungsquote von zehn Prozent –, sieben Angestellte in der Produktion und in ihrer Tochterfirma in Österreich,  weitere drei Angestellte im Vertriebsbüro mit eigenem Labor. Wie würden Sie die Kernkompetenzen Ihrer Mitarbeiter beschreiben?

Ruhland: Flexibilität, Nähe zum Kunden und seinen Anforderungen, ein breitgefächertes Wissen auf dem Gebiet der Vorbehandlung von Metalloberflächen, die Nähe zum Produkt: All diese  Anforderungen des Marktes fließen in die Entwicklung mit ein – und wir setzen bei unseren Mitarbeitern ein überdurchschnittliches Engagement voraus, den Kunden optimal zu betreuen.

Sie möchten Chemie und Umwelt mit Ihrer Greenline versöhnen – wie kann das gelingen?

Ruhland: Im Zuge von REACH werden immer mehr giftige Chemikalien verboten. Dieses Themas haben wir uns frühzeitig angenommen und setzen bei der Produktentwicklung auf ungiftige, nachwachsende Rohstoffe, welche unter dem Namen Greenline vermarktet werden.

Der Service-Gedanke gehört zum guten Ton, aber wo genau sehen Sie hier Ihre Stärken?

Ruhland: Freundlichkeit und Kompetenz unserer engagierten Mitarbeiter. Wir möchten dem Kunden eine Gesamtlösung anbieten, die ihn dauerhaft mehr als zufriedenstellt.

Sie wollen keine leeren Versprechungen geben – und setzen aggressiver Werbung Ehrlichkeit entgegen. Wird das honoriert?

Ruhland: Ja, wir haben viele Kunden, die uns schon seit vielen Jahren treu sind und unseren Service schätzen. Fachlich fundierte Aussagen gepaart mit Ehrlichkeit machen sich langfristig bezahlt. Wir sagen dem Kunden was mit unserer Chemie machbar ist und was nicht.